WENN DU MICH SO FRAGST: NEIN!

„Auch wenn uns die Aufgabe sehr reizt und gut zu passt, möchten wir dir kein Angebot schreiben.“



Diesen kleinen aber gehaltvollen Satz haben wir vergangene Woche per Mail verschickt. Vor ein oder zwei Jahren hätten wir diese Mail nie geschrieben. Aber heute soll es darum gehen, weshalb wir ein Projekt im 6-stelligen Bereich abgelehnt haben, obwohl uns das in dieser aktuell wirtschaftlich angespannten Lage sehr geholfen hätte.

 

Wir hatten ein grandioses Vorgespräch, das zeigte, dass unsere Ansprechpartnerin und wir auf der gleichen Welle schwammen. Wenn man von Augenhöhe sprechen konnte, dann war es genau dieses Gespräch. Wir sprachen über die Herausforderungen der Firma, klärten offene Punkte, steckten den Rahmen einer möglichen Zusammenarbeit ab und gingen mit einer großen Portion Optimismus in die zweite Runde, an der dann auch der Firmeninhaber teilnehmen sollte.

 

Die Rahmenbedingungen blieben gleich, aber die Art und Weise war eine andere. Schnell wurde klar: Hier ist viel Geld zu verdienen. Aber nur, wenn man damit klarkommt, als Dienstleister gesehen und behandelt zu werden und so manch eigene Wertvorstellung an der Garderobe abgibt.

 

Waren wir nicht. Wir lehnten ab und unser NEIN fühlte sich gut an.

 

WIR HABEN FOLGENDES AUS DIESEM NEIN FÜR UNS GELERNT:

  1. Erst ein Nein, verleiht deinem Ja überhaupt einen Wert. (Lass den Satz mal etwas wirken 🙂 )
  2. Für ein Nein brauchst du ein starkes Selbstbewusstsein. Im Sinne von: Wozu willst du überhaupt Ja sagen? Das macht dir häufig erst ein Nein bewusst.
  3. Nein zu sagen heißt, zu deinen Grenzen zu stehen und dich selbst zu schützen. In unserem Fall vor Frust und Erschöpfung.
  4. Wenn du Nein sagst, steht etwas vor der Tür, zu dem du aus vollem Herzen Ja sagen kannst. Zu dem wäre es nicht gekommen, hättest du zuvor nicht Nein gesagt.
  5. Mit einem Nein schwingt immer etwas Angst vor einem Beziehungsbruch mit. Für Menschen, die oft und gerne Ja sagen und anderen gerne helfen, bedeutet ein Nein oft das Gegenüber vor den Kopf zu stoßen. Sie haben Angst davor, dass der Andere mit ihnen bricht. Diese Angst ist in den meisten Fällen unbegründet. Und sollte der Andere bei einem Nein mit dir brechen, war es eh nie eine belastbare Beziehung. In unserem Fall haben wir die Absage offen und ehrlich begründet und unseren Eindruck des Gesprächs gespiegelt. Dies traf sogar auf verständnisvollen und dankbaren Boden. Wir gehen ohne negative Gefühle auseinander.

 

Das Gefühl, das wir nach der Absage dieses Auftrages hatten, war mindestens genauso gut wie das, was wir haben, wenn wir einen Auftrag erhalten. Und das war unser sechstes und vielleicht schönstes Learning…

 

Wir hoffen, wir konnten dich durch unsere Erfahrung ermutigen, auch hin und wieder Nein zu sagen, wenn sich etwas nicht gut anfühlt.

 

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